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Bereitstellprinzip

Bereitstellprinzipien, engl.: principles of availability


Das Bereitstellprinzip in der Kommissionierung stellt eine Strategie in der Lagerlogistik dar, wie dem Kommissionierer die Waren für die Entnahme dargeboten werden. Die Prinzipien unterscheiden sich nach der Art der Fortbewegung des Kommissionierers zum Bereitstellort, um die erforderlichen Artikel zu kommissionieren (Mann zur Ware bzw. Ware zum Mann). Synonym werden auch die Begriffe statische bzw. dynamische Bereitstellung verwendet, die sich auf die Bewegung der Artikel (in Bewegung bzw. in Ruhe) beziehen.


Inhaltsverzeichnis


Prinzip "Mann zur Ware" (MzW)

Das Prinzip "Mann zur Ware" (Abbildung 1) wird auch als statische Bereitstellung bezeichnet, da sich der Kommissionierer hierbei selbst oder mit mechanischen Hilfsmitteln zu den ortsfesten Lagerplätzen (zum Beispiel einer Fachbodenregalanlage) bewegt, um die in Ruhe befindlichen Waren [1] entsprechend dem Kommissionierauftrag zusammenzustellen. Das Prinzip zeichnet sich durch niedrige Investitionskosten und einen hohen Raumausnutzungsgrad bei mehrgeschossiger Bauweise der Regale aus. Der großen Flexibilität solcher manuell bedienter Kommissionierbereiche stehen die teilweise ungünstigen Handhabungsbereiche sowie die geringe bis mittlere Kommissionierleistung bei insgesamt großem Personalbedarf als Nachteile gegenüber.


Abb. 1: Kommissionieren nach dem Prinzip "Mann zur Ware"


Prinzip "Ware zum Mann" (WzM)

Entsprechend der Namensgebung wird dem Kommissionierer nach dem Prinzip "Ware zum Mann" (Abbildung 2) die Ware dynamisch bereitgestellt. Hierbei findet keine Bewegung des Kommissionierers statt, d.h. der Kommissionierer bleibt an seinen Kommissionierplatz gebunden und die Artikel werden ihm über eine automatisierte Fördertechnik zugeführt. Einerseits sind für die Automatisierung solcher Systeme mittlere Investitionskosten auf sich zu nehmen, die letzten Endes eine ebenso geringe bis mittlere Kommissionierleistung ermöglichen. Andererseits können das vorhandene Lagervolumen optimal ausgenutzt, für die Arbeiter ein angenehmer Arbeitsrhythmus geschaffen sowie ergonomische Kommissionierplätze gestaltet werden.


Abb. 2: Kommissionieren nach dem Prinzip "Ware zu Mann" (Quelle: Witron)



Zentrale und dezentrale Bereitstellung

Unter zentraler Bereitstellung ist ein gleich bleibender Ort zu verstehen, der für die Bereitstellung der Ware genutzt wird. Demgegenüber wechselt der Ort bei der dezentralen Ausführung einer Bereitstellung.




Quelle

[1] VDI : VDI Richtlinie 3590 3. Ausgabe, 2005.